Trekking auf der Insel der Schönheit

28. August 2019
28. August 2019 Christel Badtke

Trekking auf der Insel der Schönheit

Passend zu unserer Blogreihe über das Trekking, kommt nun ein Reisebericht von 13 Pfadfinder, die für 12 Tage nach Korsika geflogen sind, um einen Teil des „schwersten Wanderwegs Europas“ zu meistern. Corvin berichtet dabei von kleinen Missgeschicken, einer atemberaubenden Landschaft, warum BERTRAND im Gepäck eine gute Idee war und vor allem viel Spaß:

13 Pfadfinder, 12 Tage und die südliche Route des GR20 auf Korsika. Für unsere diesjährige Sommerfahrt hatten wir uns eine besondere Tour ausgesucht: einen Teil des „schwersten Wanderwegs Europas“.

Unsere Ankunft
Von Deutschland ging es zunächst sehr früh morgens mit dem Bus nach Genua, Italien. Dort angekommen, sahen wir bereits am Hafen die großen Fähren liegen, von denen uns auch eine auf die Insel bringen würde. Wir bestiegen also am Abend das Schiff, und setzten über Nacht nach Bastia über.

Dort kamen wir nicht wie geplant um 7 Uhr, sondern mit etwa eineinhalb Stunden Verspätung an und so mussten wir uns beeilen noch unseren Anschlusszug zu erreichen, der uns zum Startpunkt unserer Route bringen sollte. (Nebenbei gab es auch noch eine kleine Sprinteinlage zur nächsten Tankstelle – nicht die direkt am Hafen, die hatte natürlich geschlossen – um noch Benzin für unsere Kocher aufzufüllen).
Letztendlich lief aber alles glatt und wir saßen kurz darauf in einem älteren, ratternden Zug Richtung Vizzavona. Auf der dreistündigen Fahrt kamen wir dann auch schon in den ersten Genuss der vielfältigen Landschaft Korsikas: Zunächst fuhren wir durch Wälder immer höher, passierten ein Tal nach dem nächsten, vorbei an abfallenden Berghängen und alten Bahnhöfen, durch immer kleiner werdende Dörfer und sogar an einigen Steinböcken vorbei.
Pünktlich mit unserer Ankunft am Startpunkt in Vizzavona setzte auch schon ein heftiger Starkregen ein und nachdem wir vom Gastwirt, auf dessen Terrasse wir uns untergestellt hatten, vertrieben wurden, liefen wir im strömenden Regen los. Dieser hörte glücklicherweise gegen Nachmittag auf und wurde durch heftigen Wind ersetzt, der uns auf einer Anhöhe mit unseren großen Rucksäcken fast umwehte. All das trübte aber zu keinem Zeitpunkt unsere gute Stimmung endlich wieder draußen unterwegs zu sein und so gewöhnten wir uns langsam an die schweren Rucksäcke und kamen gut voran.
Zum geplanten Etappenziel, dem Refuge Capanelle, schafften wir es aufgrund der Verspätungen bei der Anreise allerdings nicht mehr und so hatten wir großes Glück, dass uns ein Einsiedler seine Gasthütte zur Verfügung stellte und wir dort die Nacht verbringen konnten. (Generell ist es nicht unüblich für Pfadfinder, sich einfach einen Schlafplatz im Freien zu suchen, allerdings gilt auf Korsika ein Verbot für Wildcamping und daher waren wir sehr froh diese Alternative gefunden zu haben.)

Unser Start und unsere Ernährung auf Wanderungen
Am nächsten Morgen standen wir bereits mit dem Sonnenaufgang auf und freuten uns auf eines der Highlights unserer Tour: das Frühstück! Auf bisherigen Touren gab es bisher Babybreipulver als energiereiche, aber leichte Nahrungsquelle, jedoch ist dieses nur gemischt mit Müsli, Rosinen oder großen Mengen Zimt und Zucker wirklich genießbar.
Dieses Jahr änderte sich das, denn wir hatten Bertrand in allen Geschmacksrichtungen im Gepäck! Zusätzlich mit zwei Löffeln Milchpulver erweitert, mischte sich jeder Bertrand und Wasser in seinen Shaker und wie nicht anders zu erwarten, waren alle begeistert ein leckeres und reichhaltiges Frühstück zu haben. Obwohl wir nur normale Portionen tranken, gab es einige die sich einen Teil für später aufheben mussten, weil sie schon satt waren. Gut gestärkt für den Tag ging es also weiter.

Der Unfall
Die Euphorie vom Morgen hielt jedoch nur etwa eine gute Stunde an, denn nach der Überquerung eines steileren Bachlaufes, hatten wir einen verletzten und dazu nassen Teilnehmer, der mitsamt Rucksack ins Wasser gestürzt war. Also verteilten wir das Gepäck auf uns andere um und humpelnd ging es langsam zum Refuge Capanelle. Dieses erreichten wir bereits am frühen Mittag, aber wegen des Unfalls beschlossen wir es für heute dabei zu belassen und bauten unser Nachtlager auf. Den restlichen Tag verbrachten wir gemütlich, einzelne machten sich auf zu einem nahegelegenen Gipfel und der Rest lag in der Sonne, spielte Gitarre oder Karten oder gönnte sich auf den Schreck eine Pizza auf der Terrasse des Refuges.
Nach Absprache in der Gruppe und unserem Verletzten, beschlossen wir am nächsten Tag unsere Tour erstmal wie geplant fortzusetzen. Sobald die Sonne dann untergegangen war, wurde es schnell kalt und der starke Wind trieb uns früh in unsere Schlafsäcke.

Unsere alternative Route
Am nächsten Morgen standen wir bereits um 4:30 Uhr auf, weil uns eine anstrengende Etappe mit insgesamt knapp 900 Höhenmeter Aufstieg erwartete. Unsere Shaker hatten wir bereits am Vorabend mit Bertrand und Milchpulver befüllt und so musste jeder nur noch Wasser hinzugeben und wir konnten direkt loswandern. Das frühe Aufstehen wurde vor allem durch einen wunderschönen Sonnenaufgang belohnt, den wir immer wieder durch die Bäume am Horizont sehen konnten. Zudem war es bereits so warm, dass man bequem im T-Shirt laufen konnte – eine Vorahnung über die Hitze die am Mittag folgen sollte. Der Weg führte uns über sehr schöne Pfade durch Wälder und an Bächen vorbei. Später fanden wir uns auf einer Hochebene wieder, nur um kurz darauf wieder in das nächste Tal abzusteigen. Wie so oft während dieser Tour stellten wir fest wie unglaublich vielfältig und schön die korsische Landschaft ist.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause (vor allem, um der brennenden Sonne zu entgehen) machten wir uns an den letzten und größten Anstieg der heutigen Etappe, rauf zum Refuge
de Prati. Der Anstieg war lang und anstrengend, doch der Ausblick von oben war einmalig und ließ uns sofort jede Anstrengung vergessen.

An diesem Abend beschlossen wir dann aufgrund unseres verletzten Teilnehmers den GR20 nicht weiter zu begehen, denn am kommenden Tag sollte eine noch anspruchsvollere Tour
über den Grat folgen, die uns mit zu viel weiterem Verletzungsrisiko verbunden war. Diese Entscheidung war schwer und etwas enttäuschend, aber als Gruppe stehen wir natürlich für die Schwächeren ein und so suchten wir uns eine alternative Route.

An den drei darauffolgenden Tagen machten wir uns also über eine andere Route auf den Weg zum Meer. Streckenweise ging es dabei auch auf dem „Mare a Mare“ Wanderweg, der die West- mit der Ostküste Korsikas verbindet. Die Landschaft war dabei nicht weniger schön und abwechslungsreich wie zuvor auch und je tiefer wir kamen, desto mehr wanderten wir durch vereinzelte Bergdörfer und mit der Zivilisation nahm auch die Hitze stetig zu.

Auf dem Weg entdeckten wir eine erfrischende Badestelle an einem großen Bach, kletterten in alte Autos, die die Korsen offenbar nach Gebrauch einfach im Wald dem Rost überlassen und bestaunten natürlich auch die allgemein bekannten Einschusslöcher in den Straßenschildern. Unsere Schlafplätze erfragten wir uns bei sehr hilfsbereiten Korsen, denndie auf der Karte eingezeichneten Refuges stellten sich als Unterkünfte heraus, die nur wenige Zimmer zur Verfügung hatten (und wir wollten natürlich im Freien übernachten). Schließlich erreichten wir einen Campingplatz, wo wir die letzten drei Tage unserer Fahrt etwas entspannter mit Strandgängen, Beach Volleyball, Marktbesuchen und vor allem viel Gemeinschaft verbrachten.

Fazit unserer Trekkingtour mit BERTRAND
Insgesamt hatten wir eine sehr schöne und abwechslungsreiche Tour. Der GR20 wird mich persönlich auf jeden Fall nicht zum letzten Mal gesehen haben und ich würde diese Tour jedem empfehlen, der etwas Wandererfahrung mitbringt und auch gerne etwas wärmer wandert. (Trotzdem unbedingt an Wind- und Regenkleidung denken!) Korsika wird nicht umsonst „die Insel der Schönheit“ genannt und immer wieder ertappt man sich beim Staunen über die unterschiedlichen Landschaften, die atemberaubende Blicke bis ans Meer, das direkt in den Horizont übergeht und die zahlreichen Berge und Täler, die sich nahtlos aneinanderreihen.

Bertrand war dabei eine wirkliche Bereicherung unserer Verpflegung. Die Portionen sind sehr reichhaltig (sogar so, dass wir beim nächsten Mal überlegen werden, mit vier Portionen pro Packung zu planen), die Packungen sind praktisch, weil gut wiederverschließbar und der stabile Shaker kann auch prima als Wasserflasche genutzt werden. Die Zubereitung ist einfach und schnell und mit dem ebenfalls leicht zu transportierenden Milchpulver der gleiche Genuss wie Zuhause. Durch die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen war für jeden etwas dabei und alle Sorten wurden vom ein oder anderen als Lieblingssorte gepriesen.
Im Namen meiner Gruppe bedanke ich mich für die Unterstützung und wünsche allzeit Gut Pfad!

Corvin und die Patagonier

Danke Corvin, dass du uns einen spannenden Reisebricht zur Verfügung gestellt hast. Wir wünschen dir und den anderen Pfadfindern noch viele schöne Wanderungen und natürlich allzeit Gut Pfad!
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